Unser
westlicher Begriff "Akupunktur" leitet sich aus acus
(lateinisch für die "Nadel") und pungere
(lateinisch für "Stechen") ab. Bei der Akupunktur
werden spezifische Punkte des Körpers, die Akupunkturpunkte
genannt werden, mit feinen Nadeln gestochen. Die Akupunkturpunkte
sind charakterisiert durch standardisierte anatomische Strukturen
und durch individuell besonders schmerzhafte Punkte, die sogenannten
"Ah Shi-Punkte". Je nach Körperregion
werden die Nadeln nur einige mm bis cm tief gestochen. Die Nadeln
verweilen dann je nach Krankheitsbild 15-45 Minuten und werden eventuell
durch leichtes Drehen der Nadeln nachstimuliert. Dabei liegt die
Vorstellung zu Grunde, dass durch die Stimulation der Akupunkturpunkte
energetische Blockaden gelöst, der Energiefluss des Körpers
wieder zum Fließen gebracht wird und Ungleichgewichte von
Organsystemen wieder ausgeglichen werden.
Bei welchen Erkrankungen hilft Akupunktur?
In China ist die Akupunktur eine der 5 Ecksäulen der
TCM. Die wissenschaftliche Bewertung der Akupunktur
ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt trotz einer Vielzahl von durchgeführten
Untersuchungen noch immer schwierig. Ein ausführliches Gespräch,
ein sogenanntes Erstgespräch mit Ihrem behandelnden Therapeuten
in unserem Institut kann für Ihren individuellen Fall Klärung
schaffen.
Gibt es Nebenwirkungen der Akupunktur?
Die Akupunktur ist bei fachgerechter Anwendung eine sichere
Methode. Es können allerdings auch Nebenwirkungen und Komplikationen
auftreten, die dem Therapeuten und dem Patienten vor Beginn der
Therapie bekannt sein sollten:
1.
Bei vegetativ- und/oder psychisch
labilen Patienten kann es vor allem in sitzender Haltung zum
Auftreten einer Kollaps- und Ohnmachtneigung (ca. 5%), gelegentlich
auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
Aus diesem Grunde ist die Behandlung grundsätzlich im Liegen
durchzuführen.
2.
Nach der Akupunkturbehandlung ist
das Konzentrationsvermögen möglicherweise beeinträchtigt.
Achtung: die Verkehrstauglichkeit kann nach der Therapie eingeschränkt
sein !
3.
Lokale, muskelkaterähnliche
Schmerzen treten im Zusammenhang mit einer Akupunkturbehandlung
gelegentlich kurzzeitig auf. Sie können eine normale Reaktion
auf die Behandlung sein oder auch durch Muskelbewegungen des
Patienten während der Behandlung ausgelöst werden.
Der Patient sollte sich deshalb während der Behandlung
nicht bewegen.
4.
Als häufige aber milde und
zeitlich begrenzte Nebenwirkung kann eine Verschlimmerung der
Symptome auftreten.
5.
Des weiteren wurde vereinzelt von
lokalen Blutungen, sowie Blut-ergüssen durch eine Akupunkturbehandlung
berichtet.
6.
Bei unsachgemäßer Sterilisation
von wiederverwendbarem Nadelmaterial sowie bei übermäßiger
Verletzung der Haut können in seltenen Fällen lokale
Infektionen auftreten. Dokumentiert sind außerdem seltene
systemische Infektionen wie Hepatitis B (Leberentzündung
durch Viren), HIV-Virus sowie sonstige ernsthafte Infektionen
im Zusammenhang mit unzureichender Sterilisation von Akupunkturnadeln
oder mangelhafter Hygiene. Deshalb verwenden wir in unserem
Institut nur sterile Einmalnadeln.
7.
Festgehalten sind weiterhin Organverletzungen
wie eine Verletzung der Lunge (sogenannter Pneumothorax), Herzbeuteltamponade
sowie Verletzungen des Rückenmarkes, der Gallenblase und
der Augen. Auch diese Verletzungen treten nur bei nicht sachgemäßer
Anwendung, bei unzureichenden Anatomiekenntnissen oder bei grob
fahrlässiger Anwendung auf. Sie stellen schwere Kunstfehler
und keine Nebenwirkungen dar und sind durch adäquate Schulung
und ausreichende Erfahrung der TCM-Therapeuten vermeidbar.
Tut Akupunktur weh?
Das Schmerzempfinden ist bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt.
Bei der Akupunktur werden sehr feine Nadeln gestochen, die in der
Regel nur 1/10 der Dicke einer Stecknadel haben und in den meisten
Fällen als weniger schmerzhaft als eine Blutabnahme empfunden
werden. Je nach Körperregion spürt man den Einstich kaum
oder ist empfindlicher, wie etwa in der Gesichtsregion. Bei manchen
Erkrankungen ist die Auslösung eines "De Qi"
- Gefühls notwendig. Dies wird z.B. durch Drehen der Akupunkturnadeln
erreicht und wird als leichtes dumpf-ausstrahlendes Gefühl
beschrieben. Bei dem Einstich der Akupunkturnadel kann man gelegentlich
einen scharfen ausstrahlenden Schmerz spüren. Informieren Sie
Ihren Therapeuten darüber, wenn dieses Gefühl anhalten
sollte. Es ist ein Indikator dafür, dass ein Nerv gereizt wurde
durch die Akupunkturnadel. Dies sollte durch Positionsänderung
der Nadel korrigiert werden.
Was versteht man unter Ohrakupunktur?
1956 stellte der französische Arzt Paul Nogier auf
einem Akupunkturkongress in Marseille die "Aurikolotherapie"
("aurikolo" = lateinisch für Ohr) vor. Diese Therapieform
wurde von Nogier anhand seiner persönlichen Erfahrungen über
Reflexzonen und Reflexpunkte des Ohres entwickelt. Es ist noch nicht
geklärt, ob 2000 Jahre alte chinesische Schriften ebenfalls
von Akupunkturpunkten am Ohr berichtet haben sollen. In der Vorstellung
der Ohrakupunktur nach Nogier ist der gesamte menschliche Körper
im Ohr abgebildet, und zwar wie ein Embryo mit dem Kopf nach unten.
Dabei projiziert sich der Kopf des Embryos auf das Ohrläppchen
des Ohres. Auf der äußeren Knorpelfurche des Ohres bildet
sich die Wirbelsäule ab, im oberen Teil der Ohrmuschel sind
die angewinkelten Beine abgebildet. Die inneren Organe des Körpers
projizieren sich auf das Innere der Ohrmuschel.
Mit Hilfe der Stimulation bestimmter Ohrregionen oder -punkte durch
feine Akupunkturnadeln oder aufgeklebte Samenkörner soll so
Einfluss auf den Körper genommen werden.
Was versteht man unter Elektroakupunktur?
Bei der elektrischen Stimulation von Akupunkturpunkten wird
mit Hilfe von Steckerverbindungen oder sogenannten "Krokodilklemmchen"
elektrischer Strom über die Akupunkturnadeln in die Akupunkturpunkte
geleitet. Dies soll bei bestimmten Erkrankungen die Therapie der
Akupunktur verstärken. Der Patient sollte ein leichtes Kribbeln
an den entsprechenden Punkten verspüren. Vorsicht ist geboten
bei Patienten mit
Herzschrittmachern
in der Schwangerschaft
unter Schockzuständen
bei Epilepsie
und fieberhaften Zuständen.
Was ist eine Moxibustionsbehandlung?
Unter
Moxibustion versteht man das Abbrennen von getrockneten Blättern
des Beifußkrautes (lat. = Artemesia vulgaris) zur externen
Stimulation von Akupunkturpunkten oder Akupunkturmeridianen. Dabei
wird das getrocknete und gerollte Kraut auf die Akupunkturnadeln
gesteckt und auf der Nadel verbrannt. Des weiteren kann es als "Zigarren"
gerollt oder in einem Kästchen entzündet an spezifische
Akupunkturpunkte gehalten werden, um so eine lokale Erwärmung
des Punktes zu verursachen.
Wie wirkt eine Wärmelampenbehandlung?
Ähnlich wie bei der Moxibustion handelt es sich bei
dem Einsatz von Langwellen-Wärmelampen auf spezielle Körperareale
um eine Wärmeanwendung, die den Effekt einer Akupunkturbehandlung
unterstützten kann. Durch das Abbrennen des Moxakrautes oder
dem Einsatz einer Langwellenwärmelampe werden in der Vorstellung
der TCM die Akupunkturmeridiane gewärmt und die
Kälte ausgetrieben. Nach der Vorstellung der TCM
soll weiterhin der freie Fluß von Qi und Blut
gefördert und Schwellung sowie Akkumulationen von krankheitserregenden
Faktoren eliminieren werden.